PORTRAIT & GESCHICHTE

Chronik Kösinger Sportclub 1977 e.V.

So manches hängt an einem seidenen Faden. So auch die Gründung des Sportclubs Kösingen. Bereits im Rahmen der Flurbereinigung, welche 1964 ihren Beginn hatte, wurde in Kösingen ein Sportplatz gebaut, in der Steinbös.
Der Name kam nicht von ungefähr. Lodo Roth und Peter Czich sprengten förmlich die „bösen“ Steine weg, damit die Felsspitzen nicht aus dem Platz ragten.

Bereits in den 70er Jahren bestand bei den Kösinger Herren ein gesteigertes Interesse am Fußballspiel. Da es in Kösingen keinen Verein gab, spielten sie in den benachbarten Gemeinden wie Dunstelkingen oder Ohmenheim.

Gebolzt wurde auf dem Kösinger Sportplatz schon länger, aber im Jahre 1976 gab es wohl eine größere Anzahl von fußballbegeisterten Jungs und Männern. So kam es, dass am 16. Mai 1976 das erste überlieferte richtige Fußballspiel in Kösingen stattfand. Es spielten die Junioren gegen die Senioren und die Junioren gewannen mit 8:4.

Anschließend formierte sich eine Kösinger Fußballmannschaft, welche regelmäßig gegen umliegende Mannschaften spielte (Frickingen, Ballmertshofen, Schweindorf usw.). Man machte Freundschaftsspiele und nahm an Pokalturnieren teil. So wurde unter anderem am 12. September 1976 an der Wilden Liga in Schweindorf mitgespielt. Man erzielte den 3. Platz von 4 Mannschaften.

Den ernsthaften Willen der Fußballer, dauerhaft zu spielen, konnte man auch daran erkennen, dass noch im September 1976 ein Gerätewart und ein Kassierer bestimmt wurden.

Um die Finanzen aufzubessern wurden in der Folgezeit mehrere Tanzveranstaltungen in der Turnhalle Kösingen abgehalten.
Im März 1977 gab es dann das erste Trikot für die Kösinger Fußballer. Es hatte die Farben orange und blau. Sponsor war die Nordstern Versicherung.

Ein weiterer Höhepunkt war die Austragung der Wilden Liga am 12. Juni 1977 in Kösingen. Zunächst gewann man gegen Bollstadt mit 6:0. Im Spiel um Platz 1 unterlag man dann Forheim im Elfmeterschießen mit 5:6.

“Am 07.07.77 kam es dann nach einem Training zu einer heftigen Aussprache und man kam zu dem Ergebnis, dass es ohne eingetragenen Verein nicht mehr geht.“ An diesem denkwürdigen Abend im Gasthaus Steck beschlossen 15 junge Männer den Kösinger Sportclub zu gründen und legten somit den Grundstein für alles Weitere. Diese 15 Männer waren die Gründungsväter des Kösinger Sportclubs. Eine Woche später, am 14.07.1977 wurde dann beim Steck (Gasthof Grüner Baum) die Satzung des Vereins verabschiedet und das komplette Gremium gewählt

1.  Vorsitzender Xaver Baum,
2. Vorsitzender Anton Fischer,
Kassierer Kurt Hummel,
Schriftführer                  Josef Gruber,
drei Beisitzer                  Helmut Fischer, Bruno Eckert und Albert Beyerle

Gerätewart                      Ulrich Beyerle

Kassenprüfer     Johannes Kohler und Joachim Stark

Somit war der Kösinger Sportclub gegründet.

Für die Anmeldung zur Teilnahme am laufenden Spielbetrieb der Saison 77/78 war es leider schon zu spät. Daher wurde die kommende Saison mit verschiedenen Freundschaftsspielen überbrückt.
Das wohl legendärste Freundschaftsspiel fand am 06. November 1977 in Kösingen gegen den FC Espanyol aus Stuttgart statt. Das Spiel ging zwar mit 3:4 verloren, aber die anschließende Party beim Steck sei überwältigend gewesen.
Der Sekt floss in Strömen und der „Stecke“ ihr Vorrat hat nicht ausgereicht, so dass noch Nachschub bei den Spielern daheim geholt wurde.

Dass die spanischen Kicker aus Stuttgart nach Kösingen kamen, ist wohl Frau Irmgard Heindel (Schwester von Theo Heindel) zu verdanken. Sie war die Besitzerin der Stammkneipe der Spanier in Stuttgart.
Das Rückspiel in Stuttgart fand dann am 18. Juni 1978 statt. Spielausgang 3:3.

Ein weiteres internationales Spiel wurde im Jahr 1983 gegen eine französische Militärmannschaft ausgetragen, welche in Kösingen eine Manöverübung durchführten.

Im August 1978 war es dann endlich so weit. Der Kösinger SC nahm am laufenden Spielbetrieb der Saison 78/79 teil. Bis dahin hatte der KSC über 30 Freundschaftsspiele ausgetragen und es waren bereits mehr als 20 Spieler für den KSC im Einsatz. Trainer der Mannschaft war Albert Hüll, der auch als Spieler mitwirkte.

Am 13. August 1978 fand das erste Punktspiel statt. Es war zuhause gegen Trochtelfingen. Es ging gleich spektakulär zur Sache: Zur Halbzeit führte der KSC mit 2:1. Am Schluss musste man sich aber mit 2:6 geschlagen geben. Die Mannschaft hat zwar verloren, aber an diesem Tag wurde Geschichte geschrieben.

Das erste offizielle Tor für den KSC im ersten Punktspiel gegen Trochtelfingen erzielte Reinhold Vogel. Es war das 1:0.
Der erste Sieg ließ etwas auf sich warten. Am 14. Spieltag der Saison, es war der 03. Dezember 1978. Trochtelfingen war wiederum die gegnerische Mannschaft und dieses Mal verließ der KSC den Platz als Sieger.

Der KSC gewann in Trochtelfingen mit 2:1.

Im Sommer 1979, also nach der ersten Saison wurde dann der erste Stadtpokal in Dorfmerkingen ausgetragen. Nach der anstrengenden Saison belegte der KSC den 5 und damit letzten Platz.

Ohne Moos nix los. So war es natürlich auch beim KSC. Die Einnahmen aus den Tanzveranstaltungen reichten nicht aus und daher wurde die Idee geboren ein Fest im Dorf abzuhalten. Am 15. August 1982 fand das erste Lindenfest in Kösingen statt.

Mit Livemusik und Torwandschießen kam das Fest bei der Bevölkerung zunächst gut an, und man beschloss das Fest jährlich abzuhalten. Mit der Zeit geriet das Fest aber in die Kritik. Schlussendlich wurde das Lindenfest beendet, da der große Aufwand zum Ertrag in keinem guten Verhältnis mehr stand.

Das Lindenfest wurde letztmals im Sommer 1996 abgehalten. 1997 war das Heimatfest und 1998 wurde ein AH- und Jugendturnier mit Disco abgehalten.

Mit dem Kauf eines neuen Festzeltes im März 1990 sollte im weiteren Geld in die Kasse des KSC kommen. Zur Einweihung des Zeltes wurde das erste Maifest vom KSC abgehalten. Somit war das Maifest unter Trägerschaft des KSC geboren, welches nach wie vor Bestand hat.

Da die Tanzveranstaltungen immer schlechter besucht wurden, beschloss der Ausschuss nach dem Tanz im Oktober 1992 keine weitere Tanzveranstaltung mehr abzuhalten.

Eine erfreuliche Entwicklung nahmen dagegen die Theaterveranstaltungen.

1984 wurde die langjährige Theatertradition in Kösingen durch den KSC wieder aufgegriffen. Das erste Stück hieß „Bartels Hundstage“ und es kam bis heute jedes Jahr ein neues Theaterstück dazu, mit dem die Theaterspieler des KSC mit ihrer treibenden Kraft – Markus Arnold – das Publikum unterhalten.

Mit dem Geld, das durch die verschiedenen Veranstaltungen in die Kasse kam konnte der KSC diverse Bauvorhaben durchführen:

1983 wurde die KSC Hütte auf der Anhöhe aufgebaut, welche in den weiteren Jahren als Vereinsheim und Umkleide diente. Strom und Wasser gab es in dieser Zeit noch nicht. Vor dieser Hütte stand schon auf der Ostseite des Sportplatzes die alte Umkleidekabine des DLRG, die im Freibad nicht mehr gebraucht wurde und freundlicherweise dem KSC überlassen wurde.

1984 wurde der hintere Bunker gebaut. Der Bunker diente als Lagerplatz und das Stromaggregat, welches für die Stromversorgung des Flutlichts bereits 1978 angeschafft wurde, konnte man dort unterbringen.

Im März/April 1989 wurde mit viel Eigenleistung und mit Konrad Hegele als Baggerfahrer Strom und Wasser zum Sportplatz gelegt.

1993 erfolgte der Anbau an der Hütte und es wurden Toiletten installiert. Jetzt hatten wir beim KSC Wasser, Strom und auch schon sanitäre Anlagen.
Nach wie vor konnte man aber nur in der Turnhalle duschen und die gegnerischen Mannschaften mussten sich dort umziehen. Deshalb kam der KSC zu dem Entschluss: Wir brauchen ein Vereinsheim!

Der Schützenverein war nach langen Gesprächen ebenso von der Idee überzeugt und stieg in die Bauplanungen mit ein.

Am 08. Februar 1998 erfolgte dann der gemeinsame Spatenstich. Mit großem Engagement und viel Eigenleistung konnte der KSC das Vereinsheim nach gut zwei Jahren Bauzeit fertigstellen. Im April 2000 erfolgte die offizielle Einweihung. Der Bau des Vereinsheims war eine Wahnsinns-Leistung der Mitglieder.

Allen Helfern und den Organisatoren gilt heute noch unser größter Respekt.

Beim KSC dreht sich viel um Fußball, aber man darf nicht außer Acht lassen, dass sich die Kösinger Damen bereits 1972 zu einer Gymnastikgruppe formierten. Ins Leben gerufen durch Waltraud Hay und Maja Beer. Die Gymnastikgruppe trat 1978 dem KSC bei. Mittlerweile gibt es 3 Damengymnastikgruppen, die Montagsgymnastik, die Mittwochsturner und die Workoutgruppe.

Der Jugendfußball im KSC begann im Jahr 1978. Da gab es eine A-Jugendmannschaft in Kösingen. Die Jugendarbeit in Kösingen gestalte sich aufgrund der geringen Einwohnerzahl als schwierig, weshalb meist die Jugendspieler in Spielgemeinschaften der umliegenden Vereine mitspielen. Aktuell spielen die Jugendspieler bei FC Härtsfeld 03 (Dischingen – Dunstelkingen).

Eine goldene Zeit erlebte die Jugendarbeit ab dem Jahr 1991. Hauptverantwortlich hierfür war Walter Reiter, der mit viel Engagement die Jugendarbeit vorantrieb. Tatkräftige Unterstützung erhielt er von Josef Gruber und Anton Schiele.

Über viele Jahre hinweg prägten sie die Jugendmannschaften des KSC’s. Höhepunkte waren unter anderem die C-Jugendmeisterschaft 1999 und am 10.06.2002 waren die Jugendspieler des KSC’s Balljungen beim Erstligaspiel VFB Stuttgart gegen 1860 München.

Mittlerweile prägen die Jugendspieler von einst das Gesicht der 1. Mannschaft.

Nun kommen wir aber zur 1. Mannschaft des KSC’s, die in der Saison 78/79 den aktiven Spielbetrieb aufnahm. Die Mannschaft spielte zwar engagiert und die Kameradschaft war gut, dennoch wollte sich der sportliche Erfolg die ersten 10 Jahre noch nicht so richtig einstellen.

Dies änderte sich aber mit der Verpflichtung von Hans-Jörg Schimmel, besser bekannt als Schimmo. Er wurde im April 1989 neuer Trainer in Kösingen.
Schimmo war zunächst 4 Jahre Trainer in Kösingen (4/89 – 6/93). In dieser Zeit konnte der KSC einige Achtungserfolge feiern und stand nur knapp vor dem Aufstieg in die Kreisliga A. Der größte Erfolg in dieser Ära war der erstmalige Gewinn des Stadtpokals im Sommer 91 in Elchingen.

Nach der Ära Schimmo ging es beim KSC sportlich wieder abwärts. In der Saison 95/96 tat man sich schwer den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten und es gab schon Überlegungen den aktiven Fußball einzustellen. Die Saison wurde mit dem letzten Platz beendet.

Schimmo sah die Nöte des KSC’s und übernahm im Juni 1996 wieder das Traineramt. Mit Unterstützung von slowakischen Spielern kehrte man wieder in die Erfolgsspur zurück und das sportliche Überleben war gesichert. Schimmo war wiederum für 4 Jahre Trainer beim KSC. Der sportliche Höhepunkt war der Meistertitel in der Kreisliga B im Mai 2000 (ebenso Einweihung Vereinsheim). Mit dem Meistertitel beendete Schimmo auch sein Traineramt beim KSC.

In die Kreisliga A Saison 2000/2001 ging der KSC mit Trainer Jürgen Brandt. Mit ihm hielt man die Klasse. Berufsbedingt hörte Jürgen Brandt bereits nach einem Jahr als Trainer wieder auf.

In der Saison 2001/2002 übernahm Uli Mai das Traineramt, der zudem seit vielen Jahren als Abteilungsleiter Fußball beim KSC tätig war. Und in dieser Saison gelang dem KSC unglaubliches. Eigentlich wollte man nur die Klasse halten, aber durch eine überragende Saison von Trainer, Mannschaft und Verein gelang im Juni 2002 der Meistertitel in der Kreisliga A und der KSC stieg in die Bezirksliga auf. Der absolute Wahnsinn.

In der Saison 2002/2003 spielte der KSC also Bezirksliga, mit Trainer Uli Mai. Um ein Haar hätte man die Klasse gehalten. Ausschlaggebend war das letzte Spiel in Herbrechtingen, welches man knapp verlor. Im folgenden Jahr konnte man die Kreisliga A nicht halten, da man mehrere Leistungsträger abgeben musste und der KSC landete wieder in der Kreisliga B.

Die Jahre nach dem Bezirksligaabstieg waren für den KSC sehr turbulent. Erst mit der Übernahme des Traineramts durch Fidelis Mai im Februar 2006 kehrte wieder Ruhe ein. Bei seinem Amtsantritt war er noch Spieler bei den Sportfreunden Dorfmerkingen.

Ab der Saison 2008/2009 war er dann Trainer und Spieler beim KSC. Nach gut 11 Jahren hat Fidelis Mai nun zum Juni 2017 das Amt als Spielertrainer beim KSC beendet

Unter Fidelis Mai spielte der KSC mehrfach um den Meistertitel mit, der große Wurf gelang dem KSC allerdings nicht. Dafür konnte Fidelis Mai mit dem KSC 2008 und 2011 den Stadtpokal gewinnen (weitere Stadtpokalgewinne waren 1991 und 1999), und der KSC hat die letzten 5 Jahre (seit der Saison 2011/2012) durchgängig den Fair-Play-Pokal erhalten.

Die Saison 2016/2017 beendete der KSC mit dem 7. Platz (Reserve 9. Platz).

Trainer zur neuen Saison ist Bernd Hager aus Schweindorf.